Richtlinien für die Durchführung von Fahnenschwenkerwettbewerben
- Münsteraner Fahnenschlag -
Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V. Köln

1.     Fahnenschlag "Münsterländer Art"

1.1.     Verbeugung
 Kontergewicht in der Leiste abgestützt, Fahnenspitze zeigt leicht nach vorne oben. Oberkörper beugen, Fahnentuch berührt leicht und kurz den Boden.

1.2.     1. Figur "Die Acht"
Fahne in der rechten Hand, rechter Arm zur Seite rechtwinkelig nach oben, Fahnentuch zeigt nach hinten, Fingerspitzen nach innen. Die Fahne wird überkreuz vor der Brust mit dem Fahnentuch nach vorne zeigend geschlagen (Form einer Acht). Der Richtungswechsel wird jeweils seitlich des Körpers durchgeführt.
Links, rechts, links, rechts, links.
Jetzt wird die Fahne in die linke Hand übergeben, ohne den Schlagfluß zu unterbrechen.
Rechts, links.
Übergabe vor dem Körper in die rechte Hand, absetzen in der rechten Leiste (Ausgangsposition siehe Verbeugung).

1.3.     2. Figur "Über Kopf"
Fahne in der rechten Hand, rechter Arm zur Seite rechtwinkelig nach oben Fahnentuch zeigt nach hinten, Fingerspitzen nach innen. Fahne wird mit dem Fahnentuch nach vorne, mit dem Uhrzeigersinn, über dem Kopf gedreht, Hand lässt den Fahnenstock los und stößt die Fahne leicht nach oben, ohne den Schlagfluß zu unterbrechen, die Hand wird in die Ausgangsposition zurückgedreht und fängt die Fahne auf. Die Fahne bleibt in waagerechter Lage.  
2malige Wiederholung.
Die Fahne wird in die linke Hand übergeben. Gleiche Übung mit der linken Hand.
Die Fahne wird überkreuz vor dem Körper in die rechte Hand übergeben, absetzen der Fahne in der rechten Leiste (Ausgangsposition).

1.4.     3. Figur "Um den Nacken"
Fahne wird mit dem Fahnentuch nach hinten auf der rechten Schulter abgelegt, das Kontergewicht wird von der rechten Hand berührt. Mit leichtem Schwung wird die Fahne mit dem Fahnentuch zuerst um den Nacken gedreht.
Die rechte Hand fängt die Fahne vor dem Körper auf.
2-malige Wiederholung.
Die Fahne wird in die linke Hand übergeben. Gleiche Übung mit der linken Hand.
Die Fahne wird überkreuz vor dem Körper in die rechte Hand übergeben, Ausgangsposition.

1.5.     4. Figur "Rechte Hand / Linke Hand"
Fahne wird mit dem Fahnentuch nach hinten am leicht gebeugten rechten Arm seitlich vom Körper gehalten. Fingerspitzen zeigen nach oben. Die Fahne wird jetzt seitlich vom Körper mit dem Fahnentuch nach vorne entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht, Hand lässt die Fahne los und gibt ihr einen leichten "Schupps" ohne den Schlagfluß zu unterbrechen, die Hand wird in die Ausgangsstellung zurück gedreht und fängt die Fahne auf.
2malige Wiederholung.
Übergabe der Fahne in die linke Hand, gleiche Übung mit der linken Hand.
Fahne wird vor dem Körper überkreuz in die rechte Hand übergeben.
Ausgangsposition.

1.6.     5. Figur "Um den Bauch"
Die Fahne wird aus der Ausgangsposition heraus dreimal, entgegen dem Uhrzeigersinn, waagerecht um den Körper herum gedreht, oberhalb der Hüfte.
Fahne erfährt vor dem Körper, in Schlaufenform, eine Richtungsänderung und wird dann dreimal im Uhrzeigersinn um den Körper gedreht und zurück in Ausgangsposition gebracht.
In manchen Mannschaften Hält der Vorschläger die Fahne zu Beginn waagerecht in Hüfthöhe nach rechts vom Körper weg.

1.7.     6. Figur "Durchstechen"
Fahne wird am ausgestreckten rechten Arm seitlich leicht nach rechts oben gehalten.
Das linke Bein wird nach vorne ober gestreckt, ähnlich dem militärischen
Stechschritt.
Fahne wird in einer Schlaufenbewegung von oben durch die entstandene Beinöffnung "gestochen" und in die linke Hand übergeben.
Linkes Bein wieder in Ausgangsposition und das rechte Bein wird gehoben. Die Fahne wird nun mit der linken Hand, Fahnentuch zuerst, in einer Schlaufenbewegung durch die Beinöffnung "gestochen".
(rechts/links, links/rechts, rechts/links, links/rechts, rechts/links, links/rechts, rechts/links)
Die Fahne wird vor dem Körper überkreuz von der linken Hand in die rechte Hand übergeben, Ausgangsposition.

1.8.     7. Figur "Rechtes Bein"
Die Fahne wird mit der rechten Hand, seitlich waagerecht nach rechts gehalten.
Der Fahnenschläger beugt sich nach vorne und streckt das linke Bein
"ausgestreckt" nach hinten.
Der Fuß darf nicht abgesetzt werden.
Die Fahne wird mit dem Fahnentuch nach vorne um das rechte Bein gedreht, in Unterschenkelmitte.
Ohne die Körperhaltung zu verändern wird die Fahne in einer Schlaufenbewegung von der rechten in die linke Hand übergeben und wird denn ebenfalls dreimal im Uhrzeigersinn um den Unterschenkel gedreht und zurück in die Ausgangsposition gebracht.
Das Standbein bleibt während der Übung durchgedrückt.

1.9.     8. Figur "Linkes Bein"
Diese Figur wird wie Figur 7 geschlagen nur seitenverdreht.

1.10. 9. Figur "Beide Beine"
Die Fahne wird mit der rechten Hand seitlich waagerecht nach rechts gehalten.
Der Fahnenschläger beugt sich nach vorne und drückt die Kniegelenke durch.
Die Fahne wird mit dem Fahnentuch zuerst, entgegen dem Uhrzeigersinn, im unteren Drittel des Unterschenkels um beide Beine gedreht. Ohne die Körperhaltung zu verändern wird die Fahne in einer Schlaufenbewegung von der rechten in die linke Hand übergeben und wird dann dreimal im Uhrzeigersinn gedreht und zurück in die Ausgangsposition.

1.11. Aufrollen
Die Fahne wird am ausgestreckten rechten Arm seitlich nach rechts oben mit dem Fahnentuch zuerst gehalten.
Die Fahne wird mit dem Fahnentuch zuerst entgegen dem Uhrzeigersinn über dem Kopf waagerecht gedreht, damit sich das Fahnentuch um den Fahnenstock wickelt. Die Fahne wird dann vor dem Körper senkrecht in die linke Hand übergeben und senkrecht in einem leichten Bogen vor dem Körper in die rechte Hand zurückgeworfen, damit sich das Fahnentuch wieder abwickelt.
Fahne in Ausgangsposition, Verbeugung.
Bei dieser Übung wird zwischen 5maligem bzw. 7maligem Ausrollen unterschieden.

Einige Bruderschaften haben zwischen den Figuren sogenannte "Tanzschritte" eingebaut.
Sie tanzen 4 Wechselschritte vor, 8 Wechselschritte zurück und wieder 4 Wechselschritte vor.


2.     Die Haltung
Zur Haltung gehört die einheitliche Fußstellung in der Grundstellung, Hacken zusammen.
Die Körperhaltung während des Schlagens: der Oberkörper sollte ohne Drehbewegung in der Grundstellung verharren.
Die freie Hand muss in der Hüfte abgestützt sein, wobei die Finger nicht gespreizt sein dürfen.
Die Haltung wird bewertet mit den Stufen 1, 2 oder 3. Eine Null gibt es nicht. Unter 1 fällt eine korrekte Körperhaltung. Unter 2 fallen kleine oder wenige einmalige Abweichungen. Unter 3 Fallen grobe Verfehlungen, z.B. das Drehen des Oberkörpers, oder Wiederholungen der unter 2 fallenden Abweichungen.


3.     Synchronhaltung
Synchronschlagen wird extra mit den punkten 1, 2 oder 3 bewertet.
Die Fehler werden nicht auf die Personenzahl hochgerechnet.
Die Personenzahl einer Mannschaft darf 3 nicht unterschreiten.
Sollte eine Fahne während einer Übung zu Boden fallen, so wird die Gruppe für die jeweilige Figur mit max. einem Fehlerpunkt belegt.


4.     Figuren des Fahnenschlags "Münsterländer Art"

4.1.     Grundstellung und Verbeugung

4.2.     Schlagen durch die "Acht"
-5mal rechte Hand
-2mal linke Hand
 
4.3.     Über den Kopf werfen
-3mal rechte Hand
-3mal linke Hand
 
4.4.     Um den Nacken rollen
-3mal rechte Hand/Schulter
-3mal linke Hand/Schulter
 
4.5.     Werfen um die Hand
-3mal rechte Hand
-3mal linke Hand
 
4.6.     Um den Bauch schlagen
-3mal links herum (rechts anfangen)
-3mal recht herum
 
 
4.7.     Durch die Beine "stechen"
-7mal (Anfang Fahne in die rechte Hand, unter angehobenem linken Bein, ...)
 
4.8.     Um das rechte Bein drehen (auf einem Bein)
-3mal links herum (rechts anfangen)
-3mal rechts herum
 
4.9.     Um das linke Bein drehen (auf einem Bein)
-3mal links herum (rechts anfangen)
-3mal rechts herum
 
4.10. Um beide Beine drehen
-3mal links herum (rechts anfangen)
-3mal rechts herum
 
4.11. Aufrollen der Fahne/Abrollen der Fahne
-5-7mal in der rechten Hand links herum (je nach Verein)
-wechsel in die linke Hand
-abrollen durch Wurf in die rechte Hand
 
4.12. Verbeugung und Grundstellung
 
Die genauen Ausführungen sind dem Fahnenschläger-Richtlinien des Landesbezirks Münster zu entnehmen.
 
Diese Richtlinien treten mit der Genehmigung durch das Präsidium des Bundes am 15.3.2003 in Kraft.